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Künstliches Schultergelenk

Künstliches Schultergelenk - Schulterendoprothese

Allgemein

Verschiedenste Schultergelenkserkrankungen können den Einbau eines künstlichen Schultergelenkes erforderlich machen. Anlaß für einen solchen Eingriff sind neben den sichtbaren Veränderungen des Gelenkes im Röntgenbild in erster Linie der starke Ruhe- und Belastungsschmerz, der zu einer mehr oder weniger regelmäßigen Einnahme von Schmerzmedikamenten führt. Als ursächliche Erkrankungen können die Arthrose (Omarthrose), rheumatoide Arthritis, Oberamkopfbrüche und Durchblutungsstörungen des Oberarmkopfes genannt werden. Heutzutage ist es mit sehr guten Ergebnissen möglich, die Gelenkflächen durch künstliche Endoprothesen zu ersetzen. Durch eine große Anzahl von Operationen (ca. 150 Schulterendoprothesen jährlich) besitzt das Team im Franziskus-Hospital eine besondere Expertise in diesem Bereich.

Behandlung

Je nach Erkrankung und Lebensalter wird für jeden Patienten individuell eine Schultergelenksendoprothese ausgewählt. Das moderne Spektrum der Schulterendoprothesen reicht vom sehr knochensparenden Oberflächenersatz bis hin zur Wechselendoprothese. Ziel ist es, das Schultergelenk möglichst anatomsich und knochensparend zu ersetzen. Durch die erheblichen Fortschritte der letzten 15 Jahre können sehr gute funktionelle Ergebnisse und eine lange Lebensdauer des künstlichen Schultergelenkes erzielt werden.
Welcher Prothesentyp der Richtige für Sie ist, wird in unserer Sprechstunde unter Zusammenschau der Befunde aus klinischer Untersuchung, Sonographie, Röntgenbildern und ggf. Zusatzuntersuchungen (z.B. MRT, CT) festgelegt.
Wann immer möglich wird ein sog. Humeruskopfersatz verwendet. Diese Schulterendoprothese erlaubt einen sehr knochensparenden Ersatz des Schultergelenkes und ermöglicht auch einen Austausch der Gelenkpfanne. Sollte irgendwann einmal eine Wechseloperation notwendig sein, bleiben durch die knochensparende Implantation alle Wechseloptionen erhalten.
Die anatomische Schultergelenkendoprothese ersetzt den Oberarmkopf (Humeruskopf) und die Schultergelenkspfanne (Glenoid). Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Rotatorenmanschette noch intakt ist und das Schultergelenk nicht zu ausgeprägt deformiert erscheint. Die Rotatorenmanschette ist der "Motor" für den Oberarm, so dass postoperativ eine gute Schulterfunktion bei langer Lebensdauer der Prothese zu erwarten ist.

Eine inverse (umgekehrte) Schultergelenksendoprothese kommt vor allem bei nicht mehr vorhandener Rotatorenmanschette zum Einsatz und bietet gerade in derartigen Situationen vielversprechende Aussicht auf Schmerzfreiheit und eine gute Schulterfunktion. Bei dieser Prothese wird der Kopf (Glenosphäre) an der anatomischen Schulterpfanne verankert und die Pfanne im Bereich des ehemaligen Kopfes platziert- also gerade umgekehrt (=invers). Dadurch wird der Drehpunkt des Schultergelenkes derartig verändert, dass der kräfitge Schulterkappenmuskel (M. deltoideus) die Funktion der häufig nicht mehr vorhandenen Rotatorenmanschette übernehmen und ersetzten kann. Die inverse Schulterendoprothese bietet daher häufig in "verzweifelten Situationen" eine ausgezeichnete Behandlungsmöglichkeit.
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Dem Patienten wird ein Schmerzkatheter angeboten, der eine individuelle Steuerung der Schmerzmittel und eine schmerzfreie Bewegung nach der Operation ermöglicht. Hierbei ist eine intensive und fundierte Betreuung durch die Anästhesie gewährleistet.
In der postoperativen Nachbehandlung wird die Schulter in der Regel für 6 Wochen nur passiv beübt, danach wird eine zunehmende aktive Bewegung der Schulter möglich. Je nach Operationszugang und Sehnenablösung wird ein Gilchristverband oder Thoraxabduktionskissen angelegt. Ein genau ausgearbeiteter Nachbehandlungsplan für die stationäre und häusliche Krankengymnastik wird in Zusammenarbeit mit unserer physiotherapeutischen Abteilung erstellt. Eine Rehabilitationsbehandlung ist am effektivsten beim Übergang zur aktiven Beübung ab 6 Wochen nach der Operation. Die Planung ihrer postoperativen Versorgung erfolgt in unserer Sprechstunde.

Prognose und Ergebnisse

In wenig fortgeschrittenen Fällen lassen sich mit der konservativen Therapie befriedigende Resultate erzielen.
Das künstliche Schultergelenk zeigt in Langzeitstudien über 10 Jahre mittlerweile gute bis sehr gute Ergebnisse, die denen der Hüft- und Knieendoprothetik entsprechen.

Wechseloperationen

Im Falle von Wechseloperationen liegt ein Implantatversagen mit oft erheblichem Knochenverlust vor. Für diese Fälle werden im Franziskus-Hospital modulare Prothesen und Sonderprothesen vorgehalten, die oft eine längere Verankerungsstrecke mit entsprechend langem Stiel an der Prothese notwendig machen. Das operative Vorgehen wird im Einzelfall mit dem Patienten besprochen und es wird für den Patienten individuell eine entsprechende Prothese ausgewählt. Bei Wechseloperationen kommt grundsätzlich ein ein- oder zweizeitiges Vorgehen in Frage. Ist es aufgrund einer bakteriellen Entzündung zu einer Lockerung der Endoprothese gekommen (z.B. low grade Infekt), ist in aller Regel ein zweizeitger Wechsel notwendig. In einer ersten Operation wird die gelockerte Prothese entfernt, das Gewebe sorgfältig gesäubert und eine Platzhalterprothese aus Knochenzement und Antibiotikum eingesetzt. In einer zweiten (-->zweizeitig) Operation wird nach ca. 6 Wochen der Platzhalter entfernt und eine neue Prothese eingesetzt.

Sie benötigen weitere Informationen zum Thema „künstliches Schultergelenk“, dann nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf – wir stehen Ihnen gerne für all Ihre Fragen zur Verfügung!