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Knorpelschaden im Knie

Allgemein

Als Knorpelschaden, in der Fachsprache auch Chondropathie genannt, bezeichnet man den Schaden am Knorpelgewebe. Besonders häufig sind Gelenkknorpel von Knie, Schulter, Hüfte und Sprunggelenk betroffen. Das Knorpelgewebe wirkt als Puffer zwischen den Knochen. Am Kniegelenk schützt es die Kontaktflächen zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, sowie die Rückfläche der Kniescheibe, welche beim Strecken des Beins starke Zugkräfte der Oberschenkelmuskulatur auf den Unterschenkel übertragen muss. Der Knorpelschaden am Knie, die retropatellare Chondropathie, ist eine sehr häufig vorkommende orthopädische Diagnose.

Welche Symptome treten bei einem Knorpelschaden auf?

Gelenkschmerzen sind das häufigste Anzeichen eines Knorpelschadens. Anfangs werden Schmerzen nur bei langer Bewegung beziehungsweise nach starker Belastung gespürt. Knie- und Hüftgelenkschmerzen treten bei langen Spaziergängen, Laufen und Treppensteigen auf. Knorpelschäden schmerzen auch morgens nach dem aufstehen und nach längerem Sitzen. Zudem knirschen und knacken geschädigte Gelenke häufig. Später schmerzen die Gelenke bereits ohne, dass sie Belastung ausgesetzt sind.

Die häufigsten Ursachen für Defekte am Kniegelenk

In der Medizin wird zwischen unfallbedingten Knorpelschäden und Knorpelschäden durch Abnutzung (Arthrose) unterschieden.

Unfallbedingter Knorpelschaden

Sportverletzungen oder Verletzungen im Straßenverkehr können zu einem Knorpelschaden führen. Im Kindesalter ist das jedoch kein Problem, da sich ihre Knorpelzellen regenerieren können. Zellen wandern aus der Knorpelhaut in den Knorpel. Dort entwickeln sie sich zu Knorpelzellen, die wie die ursprünglichen Knorpelzellen funktionieren
Als Erwachsener funktioniert das jedoch nur eingeschränkt. Die eingewanderten Zellen entwickeln sich nämlich nicht mehr zu Knorpelzellen, sondern zu Bindegewebszellen. Das heißt, es entsteht Narbengewebe, das die Knorpelfunktion behindert.

Abnutzungsbedingter Knorpelschaden

Der Abnutzungsbedingte Knorpelschaden (Arthrose) entsteht mit zunehmendem Alter. Die Knorpelbeschaffenheit verschlechtert sich mit den Jahren durch die dauerhafte Belastung, häufig auch Fehlbelastung, des Knorpels. Die Knorpeloberfläche wird rau und die Gelenke funktionieren nicht mehr einwandfrei.
Dazu kommt, dass die Nähr- und Sauerstoffversorgung mit zunehmendem Alter abnimmt. Knorpelgefäße haben keine eigenen Blutgefäße. Sie sind daher auf die Versorgung durch Gelenkflüssigkeit und Knorpelhaut angewiesen. Daher nutzen sich die Knorpelgefäße alterungsbedingt ab. Die Knorpelgefäße bilden sich zurück und infolge entsteht ein Defekt am Knorpel.

Wie lassen sich Knorpelschäden behandeln?

Bei der Behandlung von Knorpelschäden wird zwischen der konservativen und der operativen Behandlung unterschieden.

Konservative Behandlung

Die konservative Behandlung stützt sich auf Medikamente sowie physikalische und  orthopädische Maßnahmen. Entscheidend bei konservativen Behandlungsmethoden ist, dass der Patient neben der medikamentösen Behandlung, regelmäßig Sport und Physiotherapie betreibt. Die Mobilisierung des Kniegelenks und die dadurch gesteigerte Muskelkraft sind wesentliche Punkte, um die Symptomatik zu verbessern und den Gelenkknorpel zu schützen. Auch Akupunktur kann helfen, den Schmerz zu lindern und einen Defekt zu behandeln.

Operative Behandlung bei Knorpelschäden

Bei Knorpeloperationen können Knorpel geschliffen und gesäubert werden. Teilweise ist es sogar möglich gezüchtete Knorpelzellen einzusetzen, um die Fortführung des Knorpelschadens zu beenden und eine Knorpel Regeneration herbeizuführen. Knochen-Knorpelzylinder werden zuweilen auch transplantiert oder Knorpel durch Kleinprothesen ersetzt. X- und O-Beine können durch eine Beinachsenanpassung (sogenannte Umstellungsosteotomie) den Verlauf von Knorpelschäden aufhalten. Bei stark geschädigten Gelenken werden Gelenkprothesen eingesetzt.

Vorbeugung

Durch regelmäßige Bewegung von der Jugend bis ins hohe Alter lassen sich Knorpelschäden vorbeugen. Dabei sollte der Gelenkknorpel nicht zu stark oder nur einseitig belastet werden. Dafür eignen sich unteranderem die Sportarten, Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking. Auch vorbeugende Physiotherapie wirkt sich positiv auf Schmerzen aus. Ergänzend hilft eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung, die im optimalen Fall Übergewicht verhindert.

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